Infos zu (JÜTLÄNDER KALTBLUT (JÜTLÄNDER, JÜTE))


Rassenname:
JÜTLÄNDER KALTBLUT (JÜTLÄNDER, JÜTE)

Zuchtland:
Dänemark

Zuchtgebiet:
Halbinsel Jütland und die Insel Fünen

Besonderheiten:
Name der Rasse vom Zuchtgebiet

Größe:
155 cm bis 165 cm

Gruppe:
Rasse

Blut:
Kaltblut

Der Jütländer ist ein mittelgroßes, gedrungenes und mächtiges, dem Shire nahe stehendes, Kaltblutpferd. Er ist die einzigste Kaltblutrasse Dänemarks, bildet mit dem Schleswiger Kaltblut eine gemeinsame Zuchtausgangsbasis und ist heute als sein größerer und schwe-rerer Bruder anzusehen Diese Pferde werden in Dänemark besonders in Brauereien als Repräsentationspferd eingesetzt. Hauptzuchtgebiet ist die Halbinsel Jütland und die Insel Fünen. Daher auch der Name dieser Rasse. Der Jütländer ist auch die älteste Pferderasse Dänemarks und war schon im 8. Jh. während der Wikingerzeit bekannt. Ab dem 12. Jh. wurde er sehr oft und lobend in Chroniken er-wähnt. Diese Pferde waren schon immer Arbeitspferde früher für den Dienst unter dem Ritter und heute in der Landwirtschaft für den schweren Zug. Der Jütländer entstand aus verschiedensten Rassen die alle nicht in Dänemark heimisch waren. Dieser schwere Pferdeschlag wurde im 18. Jh. von dänischen Fredericksborgern veredelt, indem er den Pferden mehr Trabvermögen und Aktion brachte. In der ersten Hälfte des 19. Jh. folgten englische Yorkshire Coach Horses, auf Initiative des königlichen Landgestütes Kolding, die einen guten Einfluss in der damaligen Zucht hatten. Besonders einer dieser Yorkshire Hengste, der Hengst BAY BUCKINGHAM, der 1846 importiert wurde, brachte über 500 wertvolle Nachkommen. Sein Enkel GRANTORP 215 galt zu dieser Zeit als der beste Vertreter der Jütländer Rasse. Doch der Durchbruch in der Zucht kam mit verschiedenen Stempelhengsten. Den Anfang machte im Jahre 1862 der Shire oder Clydesdaler Hengst OPPENHEIM als er vom gleichnamigen Hamburger Pferdehändler importiert wurde. Andere Quellen meinen, dass dies ein Suffolk Punch gewesen sein soll, was aber nicht stimmt. Dieser Hengst hatte sogar keine Papiere und wurde wegen seiner auffälligen seltenen und nicht erwünschten Fuchsfärbung mit großen weißen Abzeichen an Kopf und Gliedmaßen aus der englischen Zucht ausgesondert und daher verkauft. Er traf nun auf die Stuten mit deutlicher Yorkshire Prägung und nicht auf Kaltblutstuten und gab mit diesen beste Nachkommen ab. Großen Anteil an der neuen Zuchtbasis hatten die auf Oppenheim ingezüchteten jütländi-schen MUNKEDAL Hengste. Dies waren MUNKEDAL VATER, MUNKEDAL II SOHN und ALDRUP MUNKEDAL ENKEL. Alle waren eher zufällig reinerbige Füchse und brachten den Anteil der Fuchsfarbe innerhalb beider Rassen bis 1945 auf 96 %. Der Hengst Aldrup Munkedal gilt heute als Stammvater der Rassen des Schleswiger und Jütländer Kaltblut. Seine Nachkommen sind noch heute in verschiedenen selbstständigen Blutlinien erhalten. Dieser Hengst deckte bis 1869 sehr erfolgreich in Dänemark und später in Schleswig. Im Jahre 1887 wurde ein bäuerliches Zuchtzentrum dieser Rasse auf der Insel Jütland gegründet, um den Pferden eine Zuchtgrundlage zu geben. In den vorigen Jahrhunderten kamen diese Pferde auch nach Frankreich, England und Deutschland und verbesserten dort die einheimischen Pferderassen. In Deutschland war er damals maßgeblich an der Entwick-lung des Schleswiger Kaltblüters beteiligt. Während die Jütländer Züchter nach den 50er Jahren ihrem schweren Pferd treu blieben und diese teilweise zur Schlachtfohlenproduk-tion benutzten, gingen die Schleswiger diesen Weg nicht mit. Der heutige Schleswiger ist nicht ganz so massiv wie der Jütländer. Der Jütländer ist ein sehr gefälliger, mächtiger und kräftiger Kaltblüter. Der Kopf ist mit-telgroß und schwer und der Hals stark du massig. Die Brust ist sehr breit und der Rumpf sehr lang für einen Kaltblüter. Die Rückenlinien ist gerade und stark und endet mit einer muskulösen und breiten Kruppe. Die Gliedmaßen sind kurz, stark und kräftig bemuskelt und zeigen einen deutlichen Kötenbehang. Die Hufe sind stark und sehr flach. Das Lang-haar ist sehr dicht, leicht gewellt und lang. Die Hauptfarbe dieser Rasse ist die eines Fuchses mit hellem und gewelltem Langhaar. Früher gab es auch Braune und Rappen. Diese Farben und auch Schimmel, kommen nur sehr selten vor. Die Widerristhöhe liegt bei ca. 155 cm bis 165 cm und das Gewicht bei ca. 650 kg bis 900 kg. Die Pferde sind sehr leistungsfähig, fleißig, ausdauernd und energisch. Dies verbinden sie mit einem guten Charakter, einem ausgeglichenen Temperament, Frühreife und einer enormen Gutmütig-keit. Der Jütländer hat einen energischen, raumgreifenden und fleißigen Schritt und Trab. Leider ist die Zucht dieser Rasse stark rückläufig und sie ist vom Aussterben bedroht. Doch die Carlberg Brauerei sorgt für den Erhalt der Rasse, denn sie spannt diese Pferde seit 1928 an.

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