Infos zu (WESTFÄLISCHES KATLBLUT (RHEINISCH-WESTFÄLISCHES KALTBLUT))


Rassenname:
WESTFÄLISCHES KATLBLUT (RHEINISCH-WESTFÄLISCHES KALTBLUT)

Zuchtland:
Deutschland

Zuchtgebiet:
Nordrhein-Westfalen

Besonderheiten:


Größe:
160 cm bis 165 cm

Gruppe:
Rasse

Blut:
Kaltblut

Die Geschichte dieses Kaltblüters ist eigentlich eng mit der Geschichte des Warmblüters dieses Zuchtgebiets verbunden. Neben der Zucht leichterer Pferde gab es immer eine Kaltblutzucht. Im Jahre 1826 wurde das Landgestüt Warendorf gegründet. Zunächst züchtete man dort mit englischen Kaltblütern und bodenständigen Stuten. Diese Engländer waren vorwiegend Suf-folks und Shires. Doch diese Hengste brachten nicht den gewünschten Er¬folg. Inzwischen hatten sich die westfälischen Kaltblutzüchter, als eine der ersten, dem Zuchtziel des Rhei-nisch - Deutschen Kaltblüters angeschlossen und wollte es daher auch konsequent durchsetzten. Daher kamen im Jahre 1881 die ersten Originalbelgier, die Hengste FLICK und FLOCK in das Gestüt Warendorf. Der Kaltblutbestand stieg recht stark. Obwohl das Gestüt Wickrath im Jahre 1839 gegründet wurde, reichte die Kapazität des Gestütes Warendorf nicht aus und es zog 1888 in seine noch heutige Anlage um. Schon ab dem Jahre 1894 hatte man sich nun dem konse¬quenten Einsatz von Belgien in der Zucht verschrieben, doch im westfälischen Zuchtgebiet bevorzugte man einen etwas leichteren und mittleren Kaltblüter. Im Jahre 1901 wurden die Kaltblut- und Warmblutzuchtbezirke voneinander abgegrenzt. Drei Jahre später gründete man den ZUCHTVERBAND. Engagierte Züchter und das 1904 gegründete WESTFÄLI-SCHE PFERDESTAMMBUCH trieben nun die Zucht voran, indem sie Kaltblutstuten aus dem Rheinland und Belgien einführten. Mit dem Aufschwung des Rheinisch-Deutschen Kaltblutes kam im be¬nachbarten Westfalen ein eng verwandter Schlag zu größerer Bedeutung. Die westfälische Zucht erreichte aber nie die Größe der des Rheinisch - Deut¬schen Kaltblüters.
Um die Jahrhundertwende kristallisierte sich eine eigenständige westfälische Rasse heraus.
Dies führte bis zum 2. Weltkrieg zum „westfälischen Typ“. Neben dem Rheinländischen Kaltblut erlangte das Rheinisch¬ - Westfälische Kaltblut mehr und mehr Bedeutung. Wichtige Linienbe-gründer waren damals die Hengste ALBIN d’HOR, geboren 1916, ein tiefrumpfiger, mittelgroßer Braunschimmel, und CHRISTAL de BAELE, geboren 1921, ein mittelschwerer, heller Schimmel mit großen weißen Flecken, wahrscheinlich ein Sabino.
Nach 1945 konnte durch die Einkreuzung von Schweden - Ardennern die Drahtigkeit und Trockenheit verbessert werden. Der Rasse kam einmal eine Schlüsselposition zu, da aus ihr auch alle benachbarten Zuchtgebiete mit Pferden versorgt wurden. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte die Zucht durch Vergabe von Fohlen- und Aufzucht¬prämien, um dieses wertvolle Kulturgut zu erhalten. Heute ist diese Kaltblutrasse fast verschwunden. Das Ende be¬gann für den Westfalen mit der Auflösung des Gestü¬tes Wickrath im Jahre 1960 und auch in Warendorf fand man immer weniger Kaltblüter.
Bedeutend für die letzten Jahrzehnte war der trockene und wendige braune Hengst TONUS, geboren 1972, der über seinen Vater TOROL auch das Blut der nach 1945 aufgestellten Schwedenardenner führte. Heute will man einen Teil der Rasse erhalten und dazu stehen im Landgestüt Warendorf noch einige westfälische Kaltblüter, die auch gerne präsentiert werden.
Wenn auch die Zahl der Hengste und Stuten heute keinem Vergleich mit der vor 1945 stand-halten kann, braucht ihre Klasse den Vergleich nicht zu scheuen.
Das Westfälische Kaltblut ist im Wesentlichen dem alten Rheinisch-Deutschen Kaltblut ähnlich, doch etwas kompakter, drahtiger und leichter. Ein harmonisches Pferd mit einem großen und ausdrucksvollen Kopf das ein schönes Gesicht und ausdrucksvolle Augen hat.. Der Hals ist kurz, kräftig und gut aufgesetzt. Der Rumpf ist breit, tief und kompakt und hat eine schräge, muskulöse Schulter. Der Rücken ist kurz und stark und endet mit einer runden, leicht gespalteten und gut bemuskelten Kruppe mit tiefem Schweifansatz. Die Gliedmaßen sind kurz und mächtig aber, korrekt und trocken. Sie haben große und harte Hufe und zeigen deutlichen Kötenbehang. Die Gelenke sind trocken und gut. Das Langhaar ist dicht und kräftig, wobei die Mähne oft eine Doppelmähne ist. Die Größe liegt bei ca. 160 cm bis 165 cm. Es gibt vor allem Braune, Füchse, Rapp-, Braun- und Fuchsschimmel.
Der Westfale ist gängig, leichtfuttrig, und mit einem guten Gangwerk und einer recht guten Zugleistung ausgestattet.

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