Infos zu (NIEDERLÄNDISCHES KALTBLUT (DUTCH DRAUGHT))


Rassenname:
NIEDERLÄNDISCHES KALTBLUT (DUTCH DRAUGHT)

Zuchtland:
Niederlande

Zuchtgebiet:
ganzes Land, besonders im Süden

Besonderheiten:
Name der Rasse vom Zuchtland, 3 Größentypen

Größe:
165 cm bis 168 cm

Gruppe:
Rasse

Blut:
Kaltblut

Dieser Kaltblüter, der dem Belgischen in vielen Merkmalen ähnelt, u. a. weil beide Rassen die gleiche Zuchtgrundlage haben, ist in den Niederlanden ein sehr beliebtes und begehrtes Arbeits- und Repräsentationspferd. Gezüchtet werden die Pferde im ganzen Land, aber vor allem im Süden. Die Zuchtzentren liegen in Hertogenbosch und Heoge¬wen. Dort befinden sich viele bäuerliche Zuchten die unter staatlicher Kontrolle arbeiten und mit Stuten-schauen, auf nationaler Ebene, im zweijährigen Abstand Mitte September in Hertogenbosch ihre Zuchterfolge präsentieren. Nachzuchten gibt es vor allem in Deutschland wo bei den Brauereien Henninger in Frankfurt/M., bei der Ihring - Melchior in Lich und bei der Dort-munder Union, die mit Schultheiß in Westberlin liiert ist, diese Pferde vor den Bierwagen zu sehen sind.
Diese Pferderasse war schon im Mittelalter bekannt und entstand aus dem alten Zeeland oder Seelandpferd. Diese Pferde wiederum entstanden auf der Grundlage eines ziemlich schweren holländischen Pferdes das auf die flämischen Rosse zurückgeht. Dieses Zeeland-pferd wurde später mit Belgiern, Clydesdalern und Percherons gekreuzt und die Rasse wurde recht schwer und grob. Dies war um 1850. Da man in den Niederlanden aber schon immer viel Augenmerk in eine qualitätsvolle Zucht legte wurde ab 1850 ein Stutbuch eröffnet, das STAMBOEK FOR HET NEDERLANDSE TREK-PAARD. Um die Rasse einheitlich zu gestalten wurden seit dieser Zeit mehrfach weitere Belgier in die Zucht genommnen. Besonders die belgischen Stuten und deren Fohlen brachten der Rasse Qualität, Substanz und Kraft. Dadurch trat eine deutliche Verbesserung der Zucht ein. Eine gezielte Zucht erfolgte ab 1910 besonders in Zeeland, Limburg und Brabant und im Jahre 1914 wurde ein weiteres und einheitliches Zuchtbuch geführt, das unter dem Namen KONINKLIJKE VERENIGUNG HET NEDERLANDSCHE TREKPAARD (KNVT) bekannt wurde. In dieses werden seit 1925 keine Pferde unbestimmter Herkunft eingetragen. Vor jeder Eintragung wird das Pedigree genau geprüft. Darüber hinaus werden alle Pferde die mit 2 Jahren eingetragen werden, einer eigenen, nochmaligen Exterieurprüfung unterzogen. Erst nach dieser Prüfung kommen die Pferde ins Hauptstamm¬buch. Weitere Pluspunkte können die Pferde bei den alljährlichen Stutenschauen oder den, im Abstand von zwei Jahren ablaufenden nationalen Schauen sammeln. Dabei werden Konstitution, Exterieur und Abstammung, sowie der Zuchterfolg bewertet. Bald hatte sich die neue Rasse konsolidiert und die gewünschte Qualität erreicht, so dass man auf weitere Importe aus Belgien immer mehr verzichten konnte. Im Wesentlichen baut sich die niederländische Zucht auf drei berühmte Stammväter auf, die die Pferde verschieden beeinflussten. Die Linie GROS de la DENDRE mit dem bekannten Hengst ORANGE I brachte besonders schwere, breite und meist braune Pferde. Die Linie GRIS du HAINAUT mit dem Hengst BAYARD ist für ihr gutes Aussehen und alle Schimmelvarianten von Rot- bis Braunschimmel bis hin zum reinen Schimmel bekannt und die dritte Linie COLOSSES de la MEHAIQUE wurde durch den braunen Hengst JEAN I begründet, der Pferde mit hohen Widerrist und dadurch mehr Größe brachte und dessen Nachkommen sich auch durch besonders gute und solide Gliedmaßen auszeichnen. Von den Belgiern die nach dem zweiten Weltkrieg in der Zucht wirkten haben sich folgende nachhaltig auf die niederländische Zucht ausgewirkt: CERTAIN van LAMS-WAARDE, CLAIRON de la LYS, ALBION d’ HOR und sein Sohn AVENIR d’HERSE der eine der beiden wichtigsten heutigen Blutlinien begründete. Auf ihn ist auch der Hengst COSTAUD de MARCHE zurückzuführen dessen Nachkommen sich in der Zucht ebenfalls gut bewährten. Weiterhin führt der Hengst NICO van MELO mit seinen vier NICO - Söhnen eine Blutlinie an. Durch diese Hengste wurde nach dem zweiten Weltkrieg die neue Rasse geschaffen. Die Züchter wollten damals einen guten und genügsamen Kaltblüter mit ruhigem Temperament und kräftigen Vor¬wärtsdrang produzieren. Diese Qualität wünschten sich besonders die Bauern, die auf dem schweren, dem Meer abgerungenen Boden, gute Pferde brauchten. Diese Rasse genoss über lange Zeit, besonders in den 50er Jahren, ein hohes Ansehen in den Niederlanden, weil es ein gutes, williges, ruhiges und kräftiges Arbeitspferd war. Doch in letzter Zeit hat auch die Zahl dieser Pferde abgenommen und ist der zunehmenden Industrialisierung gewichen. So waren in den 60er Jahren nur noch ca. 70 eingetragene Zuchtstuten und wenige Hengste zu finden. Ein Grund für sein Verschwin-den sind auch die anderen niederländischen Pferderassen wie der Groninger, der Gelder-länder und auch der Westfriese, die ihn vielerorts ersetzen. Als das Interesse vom Ausster-ben bedrohte Nutztierrassen zu erhalten wieder zunahm erwachten auch die niederländi-schen Züchter. So waren 1987 schon wieder 1 200 Zuchtstuten im Deckregister aufgeführt und 550 Fohlen zur Zucht anerkannt. Heute finden sich über 3 000 Niederländer in unserem Nachbarland. Als Parade-, Arbeits -¬und Showpferd für Brauereien hat es heute seine Berechtigung. Dort sind diese schönen Kraftprotze noch ein gewohntes Bild vor dem Wagen. Beson¬ders in Deutschland erfreuen sie sich dabei wachsender Be-liebtheit. Der Niederländer ist die am schwersten bemuskelte Kaltblutrasse Europas. Die Züchter unterscheiden gegenüber dem Belgier, der seinen Kaltblüter in das schwere Brabanter Pferd, das mittelgroße Condroz Pferd und den kleinen Belgischen Ardenner unterteilt, bei der Zucht drei Klassen oder Größen:
1. Großes Pferd
2. Mittleres Pferd
3. Kleines Pferd
Die Pferde haben einen gewaltigen, muskelstarken und starkknochigen Körper. Es sind besonders große, massive, gut gebaute, breite und tiefe Pferde. Der wuchtige Kaltblüter hat einen verhältnismäßig kleinen und edlen Kopf mit geradem Profil, kurzen Ohren und klei-nen Augen. Die Stirn ist sehr breit und die Ganaschen stark. Der Hals ist kurz und mächtig, die Schulter sehr muskulös, der Widerrist wenig ausgeprägt und der Rumpf breit, tief und tonnig und hat eine muskulöse Lendenpartie. Der Rücken ist gerade und endet mit einer abgeschlagenen und kräftigen Kruppe mit tiefem Schweifansatz. Die Gliedmaßen sind sehr kurz, stämmig und kräftig und haben breite, gesunde und robuste Gelenke, gesunde Hufe und etwas Kötenbehang. Als Farben herrschen Blau-, Fuchs-, Braun- und Rotschimmel vor, doch man findet auch andere Farben wie Füchse, Braune und selten Rappen. Die Größe liegt bei ca. 165 cm bis 168 cm. Das Gewicht kann zwischen 800 kg bis 1 000 kg betragen. Diese Pferde sind nicht die größten, aber wohl mit die schwersten Kaltblüter Europas. Das Niederländische Kaltblutpferd ist ein kraftstrotzendes Tier mit enormer Ausdauer. Alle Pferde zeichnen sich durch ihren guten Charakter, ihr ausgeglichenes Temperament, ihre Ausdauer, Eifrigkeit und Zugfestigkeit aus. Neben ihrer Langlebigkeit und hohen Fruchtbarkeit sind die Pferde auch sehr genügsam in der Haltung. Sie sind ruhig und ausgeglichen, aber auch lebhaft, energisch und eifrig. Ihre Bewegungen sind im Trab sind flott und haben meist viel Aktion, im Schritt gehen sie gut und energisch. Sie haben sich besonders in der Land- und Forstwirtschaft und als Brauerei-Show-Pferd bewährt.









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