Infos zu (NIEDERLÄNDISCHES WARMBLUT K(KÖNIGLICHES WARMBLUTPFERD der NIEDERLANDE, KWPN))


Rassenname:
NIEDERLÄNDISCHES WARMBLUT K(KÖNIGLICHES WARMBLUTPFERD der NIEDERLANDE, KWPN)

Zuchtland:
Niederlande

Zuchtgebiet:
Ganzes Land

Besonderheiten:
Niederländisches Gegenstück zum Deutschen Reitpferd, 3 Typen

Größe:
160 cm bis 175 cm, je nach Typ

Gruppe:
Sammelbegriff der Warmblüter der Niederlande

Blut:
Warmblut, Halbblut, je nach Typ

Die Pferdezüchter in den Niederlanden profitieren von der Behandlung des Pferdes als landwirtschaftliches Nutztier indem sie Fördergelder und Unterstützungen bei der Pfer-dezucht erhalten. Diese kommt vom KÖNIGLICHEN WARMBLUT PFERDESTAMMBUCH der NIEDERLANDE (KWPN) die schon seit Jahren eine strenge Zucht- und Selektionspolitik verfolgt, die besonders auf die Beurteilung des Exterieurs, bei Hengsten auch des Interieurs, verbunden mit Leistungsprüfungen aufbaut. Diese Zuchtorganisation betreut heute ca. 10 000 Züchter und ca. 14 000 Stuten.
Die jungen Hengste werden schon sehr früh, mit gerade einmal 3 Jahren, harten Prüfungen unterzogen die sie aber sehr gut verkraften, da sie einerseits so gezüchtet werden und auch eine sehr gute Gesundheit, die in dieser Rasse ruht, mitbringen. Nach dem bekannten 70 Tage Test dieser Junghengste, bei der Springen, eine Geländeprüfung und auch Zugleis-tungsprüfungen absolviert werden müssen, werden die Tiere gründlich untersucht. Dazu gehört eine Röntgenaufnahme bei der sie auf Osteochondrose untersucht werden, bei der Knochenabsplitterungen abgeklärt werden sollen. Erst nach dieser Prozedur erhalten die Hengste eine vorläufige Deckererlaubnis die sie weiterhin erhalten, wenn sie später an Turnieren teilnehmen. Sie werden danach in einer von fünf Stufen selektiert. Für Stuten gibt es einen ähnlichen 35 Tage Test, der aber freiwillig ist. Sie werden im Alter von drei Jahren in das Stutbuch aufgenommen und können nach der Prüfung das Prädikat Stern-, Elite – oder Präferenzstute.
Die Niederländer waren schon immer sehr gute und weitsichtige Pferdezüchter und hatten mit dem Gelderländer und dem Groninger schon zwei sehr gute und solide Rassen geschaf-fen. Auf deren Grundlage schufen sie innerhalb weniger Jahrzehnte durch eine konsequente Zuchtselektion, eine wohldosierte Zuführung von Veredlerrassen und ein durchdachtes Registrier- und Prüfungssystem ein mittlerweile weltweit begehrtes Reit- und Sportpferd. Diese Rasse vereint in sich ein gutes und harmonisches Exterieur verbunden mit Knochen-stärke, Härte und besten Gängen. Dazu kommt ein unproblematisches Interieur. Das KWPN verkörpert heute den Typ eines modernen, leistungsfähigen und international agierenden Reit- und Sportpferdes und entspricht mit seinem Zuchtziel dem des Deutschen Reitpferdes. Die Rasse ist heute in drei Typen oder Zuchtrichtungen unterteilt.
1. Das Niederländische Reitpferd
Ein modernes Sportpferd der Sonderklasse,
2. Der Tuigpaard
Ein spezielles Luxuswagenpferd
3. Das Niederländische Warmblut
Das Basispferd mit wesentlichen Anteilen des alten Gelderländers.
Je nach Typ liegt die Größe dieser Pferde bei 160 cm bis 175 cm, es kommen alle Farben vor, wobei bei den Tuigpaarden vermehrt Füchse mit großen weißen Abzeichen zu finden sind. Alle Pferde haben einen guten Charakter, eine solides Fundament, eine gute Gesund-heit und sind sehr arbeits- und leistungswillig.
Eine der beiden Ausgangsrassen des Niederländischen Warmbluts ist der Gelderländer, der Inbegriff eines sehr stolzen, eleganten und kräftigen Kutsch- und Wagenpferdes und der Stolz der niederländischen Pferdezüchter. Es ähnelt auch heute noch einem etwas schweren Hackney. Dieses mittelschwere Warmblutpferd bestach durch seine besonders hohe Knieak-tion im Trab und seine gute Hinterhand. Gezüchtet wurden diese Pferde in den Provinzen Gelderland und Utecht im Süden der Niederlande. Diese alte Rasse geht auf sehr gute, be-kannte und ansprechende Rassen zurück, denn den alten niederländischen bodenständigen Stuten wurden Andalusier, Anglo Normänner und zur Zeit der Habsburger Herrschaft in den Niederlanden, auch Norfolk Roadster zugeführt. Besonders das Gestüt Berculo züchtete mit arabischen, englischen, ungarischen und polnischen Pferden. Anfang des 19. Jh. wur-den die Pferde mit Hackneys und Anglo Normannen und später mit Oldenburgern und Ostfriesen weiter verbessert.
Der Groninger, ein schweres und kompaktes Warmblutpferd, im Typ eines Karossiers war besonders durch seine gut entwickelte Vorderhand, seine gute Rittigkeit, verbunden mit gutem Springvermögen und seinen ruhigen Charakter bekannt. Er ähnelte im Typ den schweren Warmblütern aus Oldenburg und Sachsen. Gezüchtet wurden diese Wagenpferde in der Landschaft und Provinz Groningen im Norden des Landes. Diese Rasse entwickelte sich aus Kreuzungen von einheimischen Stuten mit Friesen, französischen Anglo Norman-nen und auch englischen Hackneys.
Der Niederländer setzte nun diese beiden Rassen zusammen von denen das gewünschte Basisexterieur, die Konstitution, die Substanz und das Gangvermögen kam. Deren Nach-kommen wurden dann gezielt mit Vollblütern veredelt und später folgten bewährte und verwandte Warmblüter wie besonders Holsteiner aber auch Oldenburger, Hannoveraner, Trakehner, französische Pferde und Vollblüter. Je nach Bausteinzusammensetzung entstanden dann die heutigen bekannten Typen, wobei das Sportpferd immer mehr Bedeutung findet.

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