Infos zu (ANGLO PERSER (PERSISCHER HALBBLÜTER))


Rassenname:
ANGLO PERSER (PERSISCHER HALBBLÜTER)

Zuchtland:
Iran

Zuchtgebiet:
Ebenen, um Teheran

Besonderheiten:
Alte Pferderasse

Größe:
um 160 cm

Gruppe:
Rasse

Blut:
Halbblut

Persien, wer denkt da nicht gleich an den Orient, wilde Reiterspiele, Märchen und die Wüste und auch an die Anmut, Schönheit und Schnelligkeit der dortigen Pferderassen. n. Die Kulturgeschichte Persiens, des heutigen Irans, und die einiger Regionen in Vorder- und Südasien, gehen auf eine mehr als 3 000 Jahre alte Tradition zurück. Diese Länder gehören mit den Hochkulturen von Mesopotamien und denen am Indus zur Wiege der Zivilisation. Die Nahtstelle dreier Kontinente war schon seit Jahrhunderten gekennzeichnet von vielen nebeneinander bestehenden Kulturen, deren Menschen und auch deren Tieren, sowie einer beeindruckenden Völker- und Sprachenvielfalt. Persien selber wurde lange Zeit von fremden Eroberern und Kulturen beherrscht, doch war die eigene Kultur der Perser stets stärker als die der Eroberer. Die Perser nahmen zwar den Islam an, bewahrten aber immer ihre eigene Sprache und Kultur und hielten somit an einem kulturellen und historischen Erbe fest, das ihre Beherrscher überdauerte und heute älter als der Islam ist. Heute ist dieses Land leider oft durch Kriege, Gewalt und Terror in den Schlagzeilen der Welt. In seiner langen Geschichte wirkten solch hervorragende Staatsführer, wie KYROS II. (Regierungszeit 559- 530 v. Chr.) und DAREIOS I. (Regie-rungszeit 522- 486 v. Chr.) Sie gründeten das erste Weltreich der Weltgeschichte und galten lange Zeit als vollkommene, weit blickende und weise politische Herrscher. Noch heute sind sie Vorbilder für eine gut aufgebaute und weise Staatskunst. KYROS II., der Große war es auch der Persiens Unab-hängigkeit erreichte und das persische Großreich schuf. Im Jahr 539 v. Chr. vereinigte KYROS II. , nachdem er Ekbatana besetzt hatte, die Meder und Perser unter seiner Herr-schaft. Er eroberte Baby-lon und unterwarf Lidyen und die griechischen Kolonien in Westkleinasien. Diese Ereignisse setzten der langen Vorherrschaft des mesopotamischen Reiches ein Ende. Der Iran übernahm die Führungsrolle. Dieses riesige Reich blieb zwei Jahrhunderte bestehen, bis es von dem jungen makedonischen König ALEXANDER dem GROSSEN vernichtet wurde. KYOROS II. und später auch DAREIOS I., brachten während ihrer Regierungszeit dem Volk auch die Liebe zum Pferd bei und hatten großen Anteil an der persi-schen Pferdezucht, Reitkunst und Kampfkunst zu Pferde sowie auch an der damaligen Rassenentwicklung und Rassenentfaltung. Bis zur Herrschaft von KYROS I. galt Persien als ein wenig pferdefreundliches Land. Nur die medische Reiterei mit ihren hervorragenden Nisäischen Pferden war sehr bekannt. Dieses Land war einst durch seinen Pferdereichtum berühmt, geachtet und sogar gefürchtet. Wenn man bedenkt, das allein der Stadthalter von Babylon (als es persisch war), TRITANTECHMES, außer seiner beachtlichen Zahl von Streitrossen zusätzlich noch im Besitz von ca. 800 Hengsten für ca. 16 000 Stuten war, dann kann man sich den Pferdereichtum des alten Persien lebhaft vorstellen. Weiterhin kamen jährlich ca. 1 500 Pferde und ca. 1 000 Maulesel aus Kappadokien und ca. 2 000 Fohlen aus Armenien, das damals noch zu Persien gehörte, in das königliche Gestüt HIPPOBATOS, wo zur damaligen Zeit ca. 150 000 Pferde der wertvollen Nisäischen Rasse standen. Alexander der Große fand bei sei-ner Eroberung Persiens nur noch ca. 50 000 dieser Pferde vor. Der Iran war schon immer ein Land, das durch sein Klima und seine Geographie gerade dazu geschaffen war, leistungsfähige Pferde zu besitzen. In solch einem Klima überleben nur die Stärksten und die Besten. Das Land ist gekenn-zeichnet von hohen Gebirgen, einem trockenen Hochland das wiederum von Randgebirgen, dem Elbrus und dem Sagos, eingerahmt und umschlossen ist und Küstenebenen im Norden und Süden. Die Gebirge gehören zum euroasiatischen Hochgebirgsgürtel und die Wüsten und Steppen sind Teil jenes Trockengebietes, das von der Sahara über die Arabische Halbinsel auf das Iranische Hochland übergreift. Es ist auch ein Land der extremen klimatischen Gegensätze, denn nur eine schmale Kette des Elbrusgebirges trennt das immerfeuchte Kaspische Tiefland von den wüstenhaften Hochebenen Zentralirans. Die Winter sind sehr kalt und die Sommer sehr heiß und trocken, nur am Kaspischen Meer ist es erträglicher. Meist fallen nur ca. 100 mm Niederschlag im Jahr. Der große Staatsmann KYROS II. war ein Meister der Reiterei und ein großer Pferdefachmann. Er entwickelte in seinem Volke eine besondere Liebe zum Pferd, der Zucht und Kampfkunst mit ihnen. Während seiner Regentschaft besaß jeder Mann im Volk mindestens ein eigenes Pferd und jeder wurde streng bestraft, wenn er ein Pferd besaß und unter dem gemeinen Fußvolk zu finden war. KYROS II. ließ alle Pferde in den Disziplinen Kampf, Jagd und Ren-nen ausbilden und erklärte die Reitkunst zu einer der Hauptdisziplinen der Ausbildung der Jugend in seinem Volke. Seine gesamte leichte Reiterei war nach einem Dezimalsystem aufgebaut und war da-durch, wie auch durch die schnellen, guten und mutigen Pferde, in der Lage, Befehle in Windeseile durch die gesamte Reiterei zu verbringen. Unter seiner Regierungszeit geschah auch eine Pferdezucht nach genealogischen Linien und einem Register, die sehr sorgfältig betrieben wurde. Sein Verdienst ist auch die Existenz eines besonderen Depeschendienstes in der Art wie wir es vom PONY-EXPRESS aus Amerika kennen. Dieser persische Pferdeexpress war wegen seiner Schnelligkeit und Sicherheit weit-hin berühmt. Mit diesem ausgezeichneten Nachrichtendienst konnten Nachrichten innerhalb schnellster Zeit in die entferntesten Teile des riesigen Reiches gelangen. Die täglich zu schaffenden Reit-strecken waren exakt berechnet und führten entlang der Hauptstraßen. An diesen fanden sich auch die Stallungen und Unterkünfte, die zu der jeweiligen Poststation mit einem eigenen Postvorsteher ge-hörten. Herodot bezeichnete diese Einrichtungen als "herrlich". Eine dieser Strecken war zum Bei-spiel 2 100 km lang und führte von Susa nach Sardes in Lydien. Einer der Nachfolger des großen KYROS II. war DAREIOS I., der sich seine Regentschaft mit Hilfe seines Pferdes eroberte. Dazu ist folgende Geschichte überliefert: Sieben Anwärter bewarben sich darum, König von Persien zu werden. Es wurde bestimmt, dass sich alle sieben zu Pferde um Sonnenaufgang an einem verabredeten Platz einzufinden haben. Es sollte derjenige König werden, dessen Pferd als erstes die aufgehende Sonne mit einem Wiehern begrüßen würde. Dieses Pferd war das von DAREIOS I. und man sagt, dass dies mit einer List geschah, denn sein Pferd wurde am Tage vorher an diesem Platz zu einer Stute geführt und die Erinnerung daran hatte das Pferd zu dem glücksbringenden Wiehern veranlasst. DAREIOS I. ent-wickelte die Pferdezucht im Sinne von KYROS II. weiter und setzte bei seiner Zucht auf besonders mutige und wendige Pferde, die er so ausbilden ließ, dass sie Feinde abschrecken sollten. Nicht selten waren diese Pferde sehr wild und mutig im Kampf. Es ist bekannt, dass sie gegnerische Pferde angriffen, um sich bissen und schlugen während ihre Reiter das gleiche mit dem Feind vom Rücken aus taten. In den verschiedenen Provinzen Persiens war auch das Pferdematerial sehr verschieden und
von unterschiedlicher Qualität. Die schönsten Pferde waren schon immer in der Provinz Abschemi zu finden. Besonders diese Pferde waren in Europa als edle Perserpferde am ehesten bekannt. Aus der Provinz Massandaran stammten die meisten Artillerie- und Reitereipferde mit etwas schwereren Köpfen und weniger Adel und Blut. Durch die klare und reine Bergluft der Provinz Kurdistan entwickelte sich hier im Laufe der Zeit eine besondere Rasse mit viel Durch seine Ausgangsrassen bedingter hochnobler und sehr edler Halbblüter, der die Merkmale und Eigenschaften schönster Pferde in sich vereint. Der heutige Persische Anglo Araber ist ein Produkt von ausgewählten persischen Stuten die mit englischen Vollblütern gedeckt werden. Diese Zuchtrichtung ist relativ alt, d. h. so lange wie es die beiden Ausgangsrassen gibt wird sie betrieben. Die Rasse entspricht in ihrem Wert und der Verwendbarkeit dem modernen edlen Anglo-Araber, den wir auch in Europa kennen und schätzen. Diese Stuten zählen zu den so genannten Plateau-Persern. Dies ist eine Gruppe besonders schöner und zäher Pferde im persischen Zuchtraum, vorwiegend im Iran. Sehr bekannt ist der PAHLAVAN eine Kreuzung von solch einer Stute mit einem Engländer. Die Hauptverwendung ist als Reitpferd. Die Gegend um Teheran gilt als Zuchtinsel und gezüchtet wird vorwiegend in den Kaiserlichen Gestütszuchten, d.h. dem Kai-serlichen Marstall von Farahabad bei Teheran. Die Pferde haben eine Widerristhöhe von ca. 160 cm und sind meist Schimmel.

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