Infos zu (ARIEGÉOIS PFERD (ARIEGÉOIS, CHEVAL ARIEGÈOIS DE CASTILLON))


Rassenname:
ARIEGÉOIS PFERD (ARIEGÉOIS, CHEVAL ARIEGÈOIS DE CASTILLON)

Zuchtland:
Frankreich

Zuchtgebiet:
Pyrenäen, Departement Ariégeois zwischen Rousillon und Katalonien

Besonderheiten:
Sehr alte Rasse, Name der Rasse vom Zuchtgebiet und Fluss

Größe:
135 cm bis 155 cm

Gruppe:
Rasse

Blut:
Kleinpferd

Schon seit Jahrhunderten gibt es in den Bergregionen der französischen Pyrenäen, an der Grenze zu Spanien, diese wenig bekannten Ponyrasse. Sie lebten halbwild in den Bergen oder Tälern und unter-lagen kaum einer Fremblutzufuhr. Heute werden sie gezüchtet oder veredelt und Hengste dieser Rassen stehen in den französischen Nationalgestüten. Allen gemeinsam ist die Abstammung vom Tundrenpony und anderen alten Rassen und die lange Geschichte. Sie dienten in den Bergregionen und den Dörfern schon immer als Pferde der Schmuggler oder Arbeitspferde der Bergbauern. Durch die meist dunkle Farbe, extreme Trittsicherheit, robuste Gesundheit, Ausdauer, Zuverlässigkeit und Gutmütigkeit sind die Pferde optimal für das Leben in den Bergen und Wäldern geeignet. Neben diesen Eigenschaften wurde auch schon immer ihre Milch als sehr wertvoll geschätzt. In letzter Zeit wurden fast alle als Grundlage für die Zucht des französischen Reitponys genutzt und erfreuen sich auch als Pferde für Touristen wachsender Beliebtheit. Ariégeois und Mérens Ponys könnte man eher unter einer Rasse be-schreiben. Doch ist das Mérens eher der alte, etwas schwerere und noch immer schwarze Typ aus den Bergen, das durch Einkreuzungen von Percherons und Bretonen zu seinem Aussehen kam. Das etwas tro-ckenere und edlere Ariégeois Pferd ist etwas größer und heller als das stets schwarze oder dunkel-braune Mérens Pferd und entspricht heute eher dem Ebenetyp. Das Ariégeois Pony, mit einer eigenen Zuchtorganisation, ist eher braun, leichter und größer, was durch den Einfluss von einem Araber-hengst zurückzuführen ist, den man noch 1970 in den Gebirgsregionen in der Zucht hatte. Bekannter von beiden ist das Mérens Pony. Zuchtgebiet dieser Ponys ist das französisch - spanische Bergland der baskischen Pyrenäen zwischen Roussillon und Katalonien. Hier besonders im Departement Ariégeois in den schwer zugänglichen Bergdörfern Castelet, Perles, Vaychis, Savignak und Orgeix. Vom Departe-ment und dem Fluss Ariége, der in der Gegend fließt, haben die Pferde ihren Namen. Bekannt sind sie auch unter der Bezeichnung `Poney Ariégois de Mérens` und die veredelten Ponys neuerdings auch unter den Namen `Cheval Ariégeois de Castillon`. Die Ponys scheinen sich über 2000 Jahre fast rein erhalten zu haben. Auf Höhlenzeichnungen in Niaux und Portel sind Pferde mit Kinnbart zu sehen, die eindeutig auf ein solches Pony im Winterfell hinweisen. Durch die abgeschiedene Lebensweise in den Bergen konnte die Rasse ein einheitliches Bild entwickeln, welches auch lange nicht verändert oder gestört wurde. Mit großer Sicherheit fließt in ihnen das Blut orientalischer Pferde, die mit den Mauren nach Spanien kamen und sie hatten auch Berührung mit den schweren Packpferden der römischen Legionen, die ihnen mehr Substanz brachten. So war das tiefschwarze, robuste und kompakte Mérens Pony auch Julius Cäsar bekannt, der den Pferden sogar eine Notiz gönnte und sie so beschrieb, wie sie noch heute aussehen. Napoleon lobte sie als die Kriegspferde, denn Gespanne mit diesen Ponys kamen vom Russlandfeldzug meistens wieder in ihre Heimat zurück. Im Laufe der Zeit wurden die Ponys öfters mit anderen Rassen gemischt, was zu Farbveränderungen, Typwechsel und Kaliberveränderungen führte. Im Centre National du Cheval de Mérens in la Bastide de Sérou hat die seit 1933 existieren-de ASSOCIATION FRANCAISE d´ELEVAGE de la RACE PYRÉNÉNNE ARIÉGEOIS dite de MÉRENS (SHERPA) ihren Sitz. Im Jahre 1947 wurde ein Stutbuch eröffnet und von hier aus wurden die Züchter und Halter der Pferde betreut. Das heutige Ariégeois Pferd ist durch seine hervorragende Gesundheit und seine Rasseeigenschaften bestens an das Leben in den Bergen adaptiert. Es ist sehr gut für die dortigen Arbeiten, wie das Tragen von Lasten über steile Wege, Transport von Reitern in unzulänglichem Gelän-de und Forstarbeiten in Hanglage geeignet. Mit Hilfe des `Haras National de Tarbes`, dem zustän-digen Hengstdepot und dem biologischem Konservatorium der Midi - Pyrénées wird versucht das Erbgut dieser Rasse zu erhalten bzw. zu verbessern. Wie beim Mérens Pferd gibt es nur noch wenige reine Exemplare dieser Pferde. Seit 1996 ist das Ariégeois Pferd als reine Rasse durch das Ministerium für Landwirtschaft offiziell anerkannt. Das Ariégeois Pferd ist ein Kleinpferd im Rechteckformat, dessen schöner Kopf ein gerades und auch geramstes Profil haben kann. Die meisten Pferde sind Braun bis Dunkelbraun und haben keine weißen Abzeichen. Das Langhaar ist üppig und dicht und der Köten-behang mäßig. Die Widerristhöhe liegt bei ca. 135 bis 155 cm und das Gewicht bei ca. 500 kg. Es ist also größer und schwerer als das Mérens Pferd. Im Sommer sind die meisten dieser Ponys im Stall, werden aber zu Wanderritten und Ausflügen in die Gegend eingesetzt oder auch Urlaubern zur Verfü-gung gestellt. Einmal im Jahr werden die Pferde präsentiert, um die besten Stuten und Hengste zu prämieren, dreijährige Pferde zu vergleichen und eine kleine Show mit diesen Pferden zu zeigen. Diese Veranstaltungen finden seit 1998 immer im August statt und werden von der ASSOCIATION PYRENEE-NNE ARIÉGEOISE DU CHEVAL CASTILLONNAIS, der Zuchtorganisation aus Castillon, organisiert und ge-leitet.

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