Infos zu (CANTABRISCH – PYRENÄISCHES PONY)


Rassenname:
CANTABRISCH – PYRENÄISCHES PONY

Zuchtland:
Spanien, Südfrankreich

Zuchtgebiet:
Gesamte nördliche autonome Gemeinschaften in Spanien einige südliche Departements von Frankreich

Besonderheiten:
Name der Rassen vom Zuchtgebiet, teilweise vom Aussterben bedroht, eine der Pony Urrassen Europas

Größe:
120 cm bis maximal 145 cm

Gruppe:
Sammelbezeichnung

Blut:
Pony

Das cantabrisch - pyrenäische Pony gilt heute als eine Art Urstamm oder Sammelbezeichnung für die nordspanischen Ponys. Diese wertvollen Ponys sind historisch und geographisch mit anderen autochthonen Rassen verwandt, die auch diesem Stamm abstammen. Es sind somit alles iberische Pferde und einige haben noch heute die Cantabrian – Pyrenäen als Lebensraum. Um die Herkunft der nordspanischen Ponys gibt es zahlreiche Theorien.
In zahlreichen Höhlenmalereien Nordspaniens die mehr als 10 000 bis 14 000 Jahre alt sind, kann man sehr deutlich zwei Pferdetypen erkennen. Ein Ponytyp, der sehr stark dem heutigen Exmoor Pony ähnelt und ein schwererer Typ der dem so genannten Urkaltblüter gleicht.
Dieser Ponytyp ist nach einigen Untersuchungen dem Keltischen Pony zuzuordnen der nach vielen Autoren als Urtyp vieler europäischer Ponyrassen gilt. Auch Dr. RUY d´ANDRADE, der große portu-giesische Hippologe, stellte anhand umfangreicher Forschungen fest, dass sich alle europäischen, und so auch die iberischen Ponys, aus einer Stammform entwickelten, die aus Nordeuropa einwanderte. Die Garranos waren eine der Wurzeln für den Andalusier und vermischten sich entlang der Grenzen ihres Habitats sogar mit den Sorraias.
Weiterhin sind auch deutlich kaukasische Einflüsse erkennbar und denkbar, da ein Ort der Domesti-kation des Pferdes in den ukrainischen Steppen nördlich des Kaukasus stattfand.
Die Kelten, ein Volk das mit vielen Untervölkern ganz Europa besiedelte brachten diese Pferde dann nach Europa. Als ein weiterer Ort der frühen Domestikation des Pferdes wird auch die iberische Halbinsel vermutet die sich wohl mit den nördlichen Pferden mehr oder weniger vermischten. Als Pferde die mehr oder weniger vom keltischen Pony abstammen gelten heute folgende Rassen:
Island Pferd - Shetland Pony - Higland Pony - Exmoor Pony - New Forest Pony - Dales Pony
- Fell Pony - Dartmoor Pony - Welsh Pony - Garrano Pony - Galicisches Pony - Asturisches
Pony - Pottok Pony - Navarra Pony - Merens Pony - Losino und Monchino.
Diese Rassen sind zwar heute sehr unterschiedlich doch sie wurden schon sehr früh in verschiedene Regionen verdrängt, unterlagen aber alle ähnlichen Klimaverhältnissen und fast alle sind Pferde der Berge. Außerdem wurden auch immer wieder Ponys aus Spanien nach Großbritannien gebracht um u. a. in den Gruben zu arbeiten. Das Shetland Pony verzwergte, als typische Inselrasse und die englischen Rassen wurden später mehr oder weniger auch von anderen Rassen beeinflusst.
In Spanien war dies etwas anders. Dort entwickelte sich schon sehr früh ein autochthoner Pferdetyp der sich im Ganzen Norden Spanien verbreitete und meist in hohen Bergregionen oder einsamen Tälern überleben konnte. Durch die Abdrängung in diese Regionen entstanden die verschiedensten Rassen, die aber immer einander ähnlich sehr waren und noch heute sind. Fast alle dieser Ponyrassen sind schwarz, schwarzbraun oder braun, haben wenige Abzeichen. Sie sind äußerst robust, gesund und hart, haben gesunde Gliedmaßen und Hufe. Weiterhin sind sie sehr trittsicher, kälteresistent und gut für alle Arbeiten geeignet. Sie gelten weiterhin als sehr intelligent und leicht trainierbar. Die Größe liegt bei allen um ca. 120 cm bis maximal 145 cm. Vor allem die nordwestspanischen Ponys, wie der Asturianer und der Galicier sind für ihre Töltveranlagung bekannt und brachten diese auch nach Amerika. Dies ist kaum bekannt, doch wurden viele dieser Pferde nach Amerika verschifft, da sie damals wesentlich zahlreicher und vor allem billig waren und als gute Arbeitspferde geschätzt wurden. Gerade diese beiden Ponyrassen wurden auch schon von den Römern beschrieben und sehr geschätzt.




Nach neuesten genetischen Untersuchungen sollen einige der nördlichen spanischen Pony-
Rassen, besonders der Losino und der Monchino einen eigenen Genotyp darstellen, der vom
Südpferd abstammten soll. Von diesem Südpferd oder iberischen Pferd gab es einst drei
Stämme bevor sie sich besonders im Norden mehr oder weniger vermischten, durch Ein-kreuzungen verändert wurden oder in einsameren Zuchtinseln rein überleben konnten:
1. Das cantabrische Pferd (el caballo cantábrico)
Mit einer Größe von ca. 125 cm und leicht konkavem Profil, dem das Portugiesische Garrano Pony, das Galicische Pony, das Asturische Pony, das Pottok Pony, das Navarra Pony und der Monchino angehören.
2. Das castellanische Pferd (el caballo castellano)
Mit einer Größe von 130 cm bis 140 cm und geradem Profil, dem das Sorraia und der Losino angehören.
3. Das andalusische Pferd (el caballo andaluz)
Mit einer Größe über 140 cm und konvexem oder subkonvexem Profil, dem der Originalan-dalusier, das heutige P. R. E. und der Lusitano angehören.
Über das Vorhandensein dieses Südpferdes schrieb auch Herr Dr. Thomas JANSEN im
Jahre 2002 in seiner Dissertation „Untersuchungen zur Phylogenie und Domestikation des Hauspferdes (Equus ferus f. caballus) Stammesentwicklung und geografische Verteilung“ die DNA- Sequenzen (mtDNA) von 654 Pferden aus 37 Rassen. Bei den untersuchten Rassen waren einige bekannte deutsche, englische, iberische, norwegische sowie auch die von Mongolischen Wildpferden, verschiedenen Mustangs und natürlich auch die von Sennern und Dülmener Wildpferden dabei.
Die meisten nordspanischen Ponyrassen wurden wegen der dringend benötigten Viehweiden immer weiter verdrängt und standen oder stehen fast vor dem Aussterben.
Inzwischen ist man sich auch in Spanien und dem angrenzenden Frankreich dem Wert die-
ser Pferde bewusst und man versucht fast alle nordspanischen Ponys zu erhalten ob es nun
durch engagierte Züchter oder durch Zuchtorganisationen mit Zuchtbuch geschieht. Heute werden sie in relativ kleinen Populationen gezüchtet und meist in der Landwirtschaft, als Packtiere und bei den beliebten ländlichen Trabrennen eingesetzt.







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